Fiat

Der Firmennamen FIAT ist eine Abkürzung und steht für Fabbrica Italiana di Automobili Torino.
Seit 2007 prangt das in rubinrot gehaltenen Firmenlogo von den Kühlergrills der Fahrzeuge und erinnert stark an das Zeichen der Jahre 1932 bis 1968.  

Das Unternehmen wurde am 11. Juli 1899 aus der Taufe gehoben. Zu den 8 Gründungsmitgliedern gehörte Giovanni Agnelli, der Großvater von Gianni Agnelli, dem späteren Firmenleiter des Fiat-Konzerns.

1903 betrug die Jahresproduktion an Kfz 134 Stück. Im selben Jahr exportierte Fiat seine Fahrzeuge nach Frankreich, England und über den Teich in die USA.

1905 expandierte Fiat mit der Übernahme der Ansaldi-Werke, was schließlich zur Brevetti-Fiat-Gesellschaft führte. Von 1905 bis 1912 brachte Fiat mit dem Modell Brevetti ein Landaulet mit einem 3-Liter Motor und 20 PS auf dem Markt. Von dem Fahrzeug wurden 1.600 Stück gebaut.

Landaulet, abgeleitet von Landauer, ist eine Kutschenart, die offen oder geschlossen gefahren werden konnte. Landaulet ist die Ausführung, die sich halb öffnen ließ. Im Automobilbau bezeichnet Landaulet eine Karosserieform mit festem Dach und Faltverdeck im hinteren Bereich.

Fiat konnte früh auf sportliche Erfolge zurück blicken. 1911 startete Fiat mit 3 neu entwickelten S 74 Fahrzeugen beim Großen Preis von Amerika. Die Fahrzeuge beherrschten mit ihren Vier-Zylinder-Motoren mit über 14 Liter Hubraum und 190 Pferdestärken das Rennen.

1914 wurde beim Grand Prix von Frankreich der hierfür entwickelte S 57/14 eingesetzt, der mit seinem viereinhalb Liter Motor und 135 PS Rennerfolge bis 1921 erzielen konnte.

1922 wurde das Autodrom von Monza eingeweiht, zu dem Fiat den Rennwagen 804 entwickelte, der den GP von Frankreich und von Italien für sich gewinnen konnte.

1924 erzielte Ernest Eldridge mit einem umgebauten Fiat SB4 aus dem Jahre 1908 mit 234,980 km/h den Geschwindigkeitsrekord für Landfahrzeuge .

Im Jahre 1925 konnte Fiat den Verkauf seines Modells 509 mit der Einführung des Kaufs auf Kredit weiter steigern.

1927 konnte Fiat mit seinem 806 (eineinhalb Liter Motor mit 12 Zylindern und Kompressor, 187 PS) auf Anhieb den GP von Monza gewinnen.

Danach nahm Fiat vom Automobilsport Abschied, um sich auf die Produktion von Massenfahrzeugen zu konzentrieren.

1932 erreichte Fiat die Rekordproduktion von 22.122 Fahrzeugen. Im selben Jahr kam auch noch der Fiat 508 Balilla auf den Markt mit dem Fiat den bisher größten Erfolg bei der Kundschaft erzielen konnte.

Gianni Agnelli, mit Spitznamen l'Avvocato (der Rechtsanwalt), Enkel des Firmenmitbegründers Giovanni Agnelli, wurde 1953 Vizepräsident von Fiat und übernahm 1966 die Leitung der Fiat-Gruppe. Unter seiner Führung wurde Fiat zu einem der ganz großen Automobilhersteller Europas und zum wichtigsten Industrieunternehmen Italiens.

Ab den 1960-er Jahre bis heute hat sich Fiat zu einer internationalen Firmengruppe entwickelt, die weitaus mehr herstellt als nur Autos. Der Geschäftsbereich des Fiat-Konzerns reicht heute vom Versicherungs- und Bankengeschäft, von der Herstellung von  Bauteilen für Kernkraftwerke bis hin zum Flugzeug- und Flugmotorengeschäft, um nur ein paar Bereiche zu nennen.

Überhaupt zählen die 60-er Jahre mit zu den erfolgreichsten Jahren von Fiat. 1966 erwarb Fiat Beteiligungsrechte an Ferrari und übernahm 1969 die hoch verschuldete Automarke Lancia. Darüber hinaus ging Fiat Kooperationen mit Peugeot, Saab und Alfa Romeo ein.
Mit dem Fiat 124 konnte ab 1966 große Verkaufserfolgen erzielt werden. Das Fahrzeug wurde unter verschiedenen Namen im Ausland in Lizenz hergestellt, so als Murat 131 in der Türkei, als Seat 124 (bzw. 1430) in Spanien oder als Lada 1200 in der damaligen Sowjetunion.
Weitere Verkauferfolge brachten die Modelle Fiat 128 und 127, die 1969 und 1971 zu Europas Auto des Jahres gekürt wurden.

Stieg Fiat bis in die 70-er Jahre zum Konkurrenten zu Europas größten Automobilkonzern VW auf, geriet das Unternehmen ab Mitte der 70-er Jahre durch eine verfehlte Modellpolitik und mangelnde Qualität sowie verfehltem Management in der Vergangenheit zunehmend in eine schwere Krise.

Der im Jahre 2004 verstorbene Umberto Agnelli, letzte Sohn der Agnelli-Dynastie, leitete ein umfassendes Programm zur Rettung des Konzern ein. Die Familie Agnelli unterstützte das Programm mit einer Finanzspritze von 750 Mio. Euro.
Im letzen Quartal 2005 machte Fiat Auto erstmals seit 2001 wieder einen Betriebsgewinn. Und auch der Absatz der neuen Modelle entwickelte sich positiv.

Nachdem im Jahre 2005 mit General Motors eine Einigung erzielt werden konnte und GM seine Anteile an Fiat in Höhe von 10 % an Fiat verkaufte, ist Fiat nun wieder komplett in italienischer Hand. Nach der Auflösung mit GM ging Fiat u.a. Kooperationen mit PSA, Ford und Tata Motors ein.

Die Sanierung von Fiat scheint erfolgreich verlaufen zu sein, wie die Verkaufszahlen der Pkw zeigen.
So waren für das Modell Sedici für das Jahr 2006 eine Jahresproduktion von 10.000 Stück vorgesehen. Für dieses Modell gingen bei Fiat innerhalb von 10 Tagen bereits über 7.000 Vorbestellungen ein.
Und das Modell Grande Punto zählte beispielsweise im ersten Quartal 2006 zu den meistverkauften Pkw in Europa.
Erfolgreich konnte sich auch der neue Fiat Bravo am Markt durchsetzen. Für das Modell war bis Ende Februar 2008 geplant, 70.000 Stück zu verkaufen. Diese Planzahl konnte bereits Mitte 2007 mit über 80.000 Stück weit überschritten werden. Ein weiteres Erfolgsmodell dürfte auch der neue Fiat 500 werden, die geglückte Reminiszenz an das Modell der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts. 

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